Ingrid Lindau:

Social Learning – Neue Formen des Lernens

Gesellschaft / 10.9.2020 / 0 Kommentare

Menschen lernen von Geburt an, indem sie sich etwas bei anderen abschauen und das Verhalten imitieren. Bereits durch das Zusammenleben, in der Interaktion mit anderen, wird Wissen geteilt und weitergegeben. Lernen ist ein von Grund auf sozialer Prozess. Voneinander und miteinander zu lernen ist also nicht neu. Warum erfährt das Konzept des Social Learning aktuell so hohe Aufmerksamkeit?

Dies resultiert aus den enorm gestiegenen Kommunikationsmöglichkeiten im Zuge der rasant voranschreitenden Digitalisierung und neuen Technologien. Der Zusammenschluss in sozialen Netzwerken, wie etwa Facebook oder im Business LinkedIn, macht eine weltweite Kommunikation miteinander und den sozialen Austausch untereinander auf einfache Art möglich. Social Media können mittlerweile von vielen Menschen, ohne besondere Vorkenntnisse, genutzt werden und die technischen Voraussetzungen sind im Zeitalter der Digitalisierung meist gegeben. Noch nie war es einfacher, sich mit Menschen aus allen möglichen Ländern mit unterschiedlichsten Hintergründen auszutauschen.

Wissen zu teilen, Erfahrungen auszutauschen und Nützliches weiterzuempfehlen ist der Grundgedanke des Social Learning. Durch eine Vielzahl an Sozialen Netzwerken, Kollaborationstools und Online-Trainings wird eine neue Form des Lernens ermöglicht. Ob es um Lernen am Arbeitsplatz oder um die private Weiterbildung geht - Gruppenmitglieder partizipieren und lernen in hohem Maße durch Informationen und Kenntnisse, die von anderen mitgeteilt bzw. geteilt werden und vergrößern durch das aktive Einbringen eigener Wissensanteile und Erfahrungen nicht nur den Wissenspool, sondern festigen das Gelernte zudem, indem sie dies für andere verständlich formulieren.

Heute bieten diverse Social Media-Plattformen die technischen Voraussetzungen für das Social Learning. Das Angebot an Tools für das digitale Lernen wächst stetig. Derzeit stehen Videos und Erklärfilme bei den Anwendern hoch im Kurs. Um von dieser neuen Art des Lernens zu profitieren ist es wichtig, die für den individuellen Bedarf geeignete Lern-Plattform herauszufinden.

Zahlreiche Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitenden heute bereits mit zweckmäßigen Tools die Kommunikation und den Informationsaustausch untereinander. Mitarbeitende können z.B. selbst erstellte kurze Erklärvideos oder Schaubilder verfügbar machen und damit einen unternehmensweiten Wissensaustausch unterstützen. Lernende und Lehrende arbeiten zusammen. Neues Wissen wird zunehmend durch das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen sowie dem Austausch von Erfahrungen und Feedback gewonnen. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt vom Expertenwissen einzelner Personen zum kollektiven Know-how der Learning Community. Gewonnene Erkenntnisse werden für das gesamte Unternehmen sichtbar und können z. B. als Grundlage für neue Ideen oder Innovationen genutzt werden.

All das klingt zukunftsweisen und leicht machbar. Dennoch ist die Umstellung auf die neuen Lernformen für manche Mitarbeitende nicht einfach. Um Social Learning im Unternehmen zu etablieren reicht es nicht, digitale Tools und virtuelle Lernräume zur Verfügung zu stellen. Im Fokus sollte der Mensch mit seinem Sozialverhalten stehen. Hier ist die Führungskraft gefragt. Widerstände können z.B. durch frühzeitige Information und Einbeziehung z. B. bei der Auswahl des geeigneten Tools aufgelöst werden.

Das persönliche, lebenslange Lernen wird immer mehr unseren Alltag und unsere Arbeitswelt bestimmen. Durch die Kommunikation und Interaktion mit anderen geschieht dies ganz selbstverständlich. Darauf basiert das Social Learning. Unzählige neue Tools laden zum Ausprobieren ein. Es lohnt sich!

 

 

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