Coaching im Check

Hannoversche Wirtschaftszeitung, August 2005
Tipps für die Wahl des richtigen Coaches

Vor Jahren war Coaching nur dem oberen Management vorbehalten; heute nutzen Mitarbeiter auf allen Unternehmensebenen die Einzelberatung. Mit dem Bedarf an der Entwicklungsmaßnahme stieg auch das Angebot. Das Problem: Es gibt keine Zertifizierung für den Beruf des Coaches, sodass die „neuen Berater” in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen. Das macht es dem Ratsuchenden nicht eben leicht, die richtige Wahl zu treffen.

Verbände und Unternehmen arbeiten derzeit an einem einheitlichen Qualitätssiegel und Akkreditierungen, um in der Branche die Spreu vom Weizen zu trennen. Bis zur Einführung verbindlicher Standards können Checklisten und Datenbanken bei der Auswahl eines geeigneten Coaches helfen. Um einen Marktüberblick zu erhalten, muss zunächst einmal Zeit investiert werden. Die Methoden, die Dauer der Maßnahmen und die Preise variieren von Anbieter zu Anbieter teils erheblich. Empfehlungen von Geschäftspartnern und Freunden können die Suche verkürzen.

Fest im Sattel sitzen
Eine psychologische beziehungsweise pädagogische und betriebswirtschaftliche Ausbildung ist Grundvoraussetzung für ein qualifiziertes Coaching. „Danach sollte der Berater Lebens- und Berufserfahrungen gesammelt haben und auch persönlich fest im Sattel sitzen”, rät Silvia Habedank, Inhaberin des gleichnamigen Instituts für Personalentwicklung in Hannover. Der Abschluss von mindestens zwei Coach-Ausbildungen an anerkannten Instituten bilde eine gute Basis für die fundierte Arbeit als Coach. Eine hochwertige Ausbildung besteht laut Habedank aus mehreren Modulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und dauert mindestens zwölf Monate. „Lassen Sie sich die Teilnahme-Zertifikate zeigen und fragen Sie detailliert nach Ausbildungsinhalten”, rät Silvia Habedank. Weiter empfiehlt sie, sich den Ablauf eines Coachings und die angewandten Methoden erklären zu lassen. Das Alter und der berufliche Werdegang sollten zu der zu beratenden Person passen. „So kann ein Junior-Coach keinen Vorstand beraten; genauso wenig passt ein Coach für Handwerks- oder Familienbetriebe zu einem Großkonzern”, erklärt die Personalentwicklerin. „Nicht jeder Coach ist für jeden Coaching-Anlass geeignet”, betont Habedank. „Fragen Sie nach, auf was der Berater sich spezialisiert hat. Auch die Frage, welche Aufträge er bereits abgelehnt und an andere Fachleute weitergereicht hat, ist aufschlussreich”, weiß die Expertin, die seit sieben Jahren als Coach tätig ist. Referenzen zu nennen sei in der Branche schwierig. Der Coach könne jedoch ohne Nennung von Unternehmen und Personen Ausgangssituationen, angewandte Methoden, Entwicklungen im Prozess und Ergebnisse beschreiben. fd



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